Consultec - Dr. Ernst GmbH - Künstliche Intelligenz | Erfolgsfaktoren, die zum KI-Boom geführt haben

Künstliche Intelligenz | Erfolgsfaktoren, die zum KI-Boom geführt haben


Der Nutzen von Künstlicher Intelligenz (KI) bestand schon länger darin, Aufgaben zu ersetzen, die bislang viel manuellen und/oder wiederkehrenden Aufwand mit sich brachten und/oder fehleranfällig waren.

Neben diesem eher operativen Nutzen ist KI jedoch mittlerweile in der Lage, qualitativ völlig neue Potenziale zu erschließen. Hätten wir vor fünf Jahren gedacht, dass unsere Handys mittels Gesichtserkennung freigeschaltet werden können, dass sich neue Filme vollständig automatisiert mittels hinterlegter Scripte in hochauflösender Qualität generieren lassen oder KI-Systeme Spracheingaben in fast jeder beliebigen Sprache ohne Zeitverzögerung verarbeiten können?

Hierfür musste es neue Erfolgsfaktoren geben, die sich erst in jüngerer Zeit ergaben und zudem in einem engen Zeitfenster zusammenfielen.

Schauen wir uns diese Faktoren nachfolgend an.

KI konnte sich erst innerhalb der letzten Jahre massiv entwickeln.

Weshalb war und ist dies eigentlich so? Denn bereits in den 1960er Jahren wurde z.B. das erste Chat-Programm "ELIZA" am MIT (Massachusetts-Institut für Technologie) auf einem Apple-Rechner implementiert. Und "Fuzzy Logic" als Konzept, das die Grundlage für ein effizientes Informationsretrieval für "unscharfe" Suchen ausmachte, entstand auch schon 1965 an der University of California in Berkeley.

Folgende Faktoren waren und sind die Gründe für die bemerkenswerte KI-Entwicklung:

  • Enorme Steigerung der Computer-Rechenleistung
    Hierfür sorgen extrem leistungsfähigere Prozessoren (insbesondere spezielle KI- und Grafik-Chips) sowie die Nutzung von hoch-skalierbaren Cloud-Systemen, die die Rechenleistung prinzipiell allen Anwendern bereitstellt, ohne diese in der eigenen, lokalen Umgebung vorhalten zu müssen.
  • Online-Verfügbarkeit aller Daten im Internet
    Dies betrifft nicht nur wissenschaftliche Texte, sondern auch alle anderen Arten von Daten – bis hin zu Multimedia-Inhalten in Social Media. Insgesamt bilden diese nun eine massenhafte Ansammlung, die der KI ein riesiges und qualitativ hochwertiges Reservoir an Trainingsdaten für die entsprechenden Modelle zur Verfügung stellt. Derzeit werden etwa 500 Millionen Terabyte (TB) Daten pro Tag(!) neu erzeugt und gespeichert werden, die somit auch für KI-Anwendungen zur Verfügung stehen (Quelle: DesignRush| KeyStats & Trend, Februar 2026).
  • Neue Stufe der Modell-Entwicklung
    Seit etwa 2017 erlauben sog. "Transformer-Architekturen" eine bestimmte Art von KI-Modellen, die besonders gut mit Sprache, Text-Inhalten sowie Bildern und Videos umgehen können. Diese Modelle sorgen dafür, dass die jetzige KI-Gneration semantische Inhalte schon recht gut verarbeiten kann – nicht zuletzt deshalb, weil vielfach ein Feintuning durch Menschen erfolgt (Korrekturen, Feedback) und die KI so permanent hinzulernt. Bekannte KI-Programme – wie ChatGPT – basieren auf einer derartigen Architektur, die allerdings enorme Rechenleistung benötigt.
  • Gesellschaftliche und wirtschaftliche Faktoren
    Nicht nur der vielfach vorhandene Fachkräftemangel und die daraus resultierenden Anforderungen nach Digitalisierung und intelligenter Automatisierung, sondern auch die Covid-Pandemie waren und sind Treiber für den KI-Einsatz. Darüber hinaus haben Tech-Konzerne und Universitäten – vor allem in den USA – sehr hohe Investitionen in die KI-Forschung vorgenommen, die sie jetzt amortisieren wollen.

Durch dieses Zusammenspiel dürfte KI in Zukunft noch weiter "Fahrt aufnehmen" und man kann gespannt sein, welche neuen Applikationen uns überraschen werden.

Wagen wir einmal eine Wette und kommen auf das Thema "Handys" zurück: In nicht allzu ferner Zukunft werden wir (fast) keine mobilen Telefone mehr benutzen, sondern sog. AI PINs, also kleine tragbare KI-Anstecker, die direkt auf der Jacke, dem Pullover oder einer Handtasche angeheftet werden können und die viele derzeitige Handy-Funktionen übernehmen – z. B. Sprachfunktion, Nachrichtenübermittlung, Foto-/Videoaufnahmen und manches mehr. Einzelne Unternehmen arbeiten bereits daran. Und die COM-PINs aus den Science Fiction-Filmen lassen grüßen ...


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Zum Thema KI siehe auch folgende Beiträge:

KI-Vision | Auf dem Weg zu einem neuen Wissensmanagement

Künstliche Intelligenz | Aktueller KI-Einsatz in dokumentbezogenen Prozessen